doktor Jo

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Bed & Breakfast

Der sogenannte One-Night-Stand oder zu deutsch „Gastspiel“ ist ein Begriff, der früher einen einmaligen Auftritt im Theater bedeutet hat. Heute steht er eher für etwas ganz Anderes. Ein One-Night-Stand (ONS) oder, wie ich es auch nenne, eine Bed&Breakfast-Beziehung ist heute ein gängiger Begriff für eine einmalige sexuelle Beziehung. Er unterscheidet sich teilweise deutlich von Quickies, Freundschaft-plus-Beziehungen und Prostitution.

Im Grunde genommen gibt es zwei Möglichkeiten eine Bed&Breakfast-Beziehung zu handhaben.

1. Möglichkeit: Seriös

Zwei Leute sind single(!) und verspüren sexuelle Bedürfnisse. Sie lernen einander beim Fortgehen kennen (kein bester Freund, kein Freund der Freundin, etc.), trinken nicht zu viel, küssen einander, machen rum und beschließen, aus dem Club schnell zu verschwinden. „Zu dir“ hat ebenso Vor- und Nachteile wie „zu mir“. Das muss jeder selbst abwägen.
Wichtig ist, dass man miteinander schläft, weil man Lust dazu verspürt. ONS sind keine Racheaktion! Außerdem sollten man keine hohen Erwartungen vom Sex haben, da man seinen Kurzzeitpartner nicht gut kennt. Da wir alle vernünftig sind und einander nicht kennen, benutzen wir für jede Runde Kondome (bitte, bitte, benutzt Kondome!).
Wenn alles vorbei ist, darf man ohne schlechtes Gewissen gehen. Wenn man alleine sein möchte kann man den Partner vorsichtig bitten, zu gehen. Man kann ihn zum Beispiel fragen, ob man für ihn/sie ein Taxi holen soll. Aber beeilt euch. Männer schlafen nach dem Sex gerne ein und mit jeder Minute steigt die Enttäuschungsgefahr. Wenn man den Partner bei sich behält und er/sie auch nicht geht, kann man am nächsten Morgen gemeinsam frühstücken und sich dann verabschieden. Aber Frühstück ist kein Muss. Du bist kein Hotel.
Bevor ihr euch verabschiedet, denkt lieber zweimal nach, bevor ihr Kontaktdaten austauscht. Außerdem sind Sätze wie „Ich liebe dich!“ mit Vorsicht zu benutzen und zu genießen. Was aber auf jeden Fall Stil hat, ist ein Satz wie „Danke für die schöne gemeinsame Nacht” (außer die Nacht war wirklich schrecklich).

2. Möglichkeit: Volltrunken (bitte nicht nachmachen)

Zwei Leute gehen fort, betrinken sich übermäßig, und stoßen mit voller Wucht beim wilden Tanzen zusammen. Weil ihnen eh alles egal ist, fangen sie an, aneinander herumzufummeln und gebärden sich wie wild auf der Tanzfläche. Irgendeiner holt ihnen dann ein Taxi und sie fahren mit kurzen Pausen für eventuelles Erbrechen zum Elternhaus einer der beiden. Dort läuten sie wie verrückt, bis ihnen die Mutter verschlafen aufmacht. Sie rennen an ihr vorbei und haben Sex wo sie zum Liegen kommen.

Am nächsten Tag wachen sie auf: Er hat Kopfweh, keine Ahnung wo er ist, liegt unter dem Hund und wundert sich, was die Freundin seines besten Kumpels neben ihm macht. Er begreift und verschwindet so schnell er kann. Da er kein Kondom verwendet hat (das weiß er, weil die Hose eh noch unten ist), spricht er sie gar nicht erst an und hofft, sie hat alles bald vergessen.
Sie wacht auf, alles stinkt nach Alkohol und Zigaretten. Die Mutter hört sie schon aus der Küche schimpfen. Ihr Kopf tut weh und sie ärgert sich, dass sie eingeschlafen ist. Da sie vor kurzem ihren Eisprung hatte, hofft sie, nicht schwanger zu sein. Aber in der Not kann sie ja noch immer den Burschen anrufen, auf dessen Ausweis gerade der Hund herumkaut…

Ihr habt die Wahl, euer

Doktor Jo 

Der Tag, den selbst die Mütter fürchten…

Jedes Jahr gibt es ein paar Tage, die seit Anbeginn der Zeit den Menschen Ärger bereiten. Muttertag ist einer davon.

Seit Generationen quälen sich Kinder und Mütter durch diesen Tag. Schon am frühen Morgen liegen die Mütter wach und zitternd im Bett und fürchten sich vor den frühen Versuchen der Kinder, so etwas wie ein Frühstück vorzubereiten. Heimlich hält sie den Feuerlöscher unter der Decke versteckt und wartet auf den klassischen Geruch des verbrannten Gebäcks, sowie den Gestank der überschäumenden Kaffeemaschine. Spätestens, wenn die ersten Teller am Boden zerbersten, müssen die Väter aufstehen und die Kinder unterstützen. Die armen Väter, die heimlich gehofft hatten, sich aus all dem heraushalten zu können, versuchen die Küche wieder passierbar zu machen und beginnen schon einmal die verbrannte Milch von der Herdplatte zu kratzen.

Wenn dann endlich die verängstigte Mutter an den Frühstücktisch geholt wird, die Kinder strahlend und der Vater schweißgebadet vor dem Tisch stehen, kommen ein paar improvisierte Gedichte oder Lieder, ein paar erst an jenem Morgen gebastelte Geschenke und ein selbstgemachtes Frühstück.

Die Mutter muss jetzt stark sein und zeigen, wie sehr sie die Kinder liebt. Mit einem eisernen Lächeln trinkt sie den kalten Kaffee und würgt das verbrannte Toastbrot hinunter.

Ach ich liebe diesen Tag. Aber warum gibt es ihn eigentlich? Und wer hat ihn erfunden? Und ab wann gab es verbranntes Frühstück?

Nun die erste Muttertagsbewegung kam von der Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis. Sie versuchte 1865 einen Mothers Friendships Day einzuführen. Er galt als Informationstag für Mütter, wo sich Mütter gegenseitig austauschen konnten. Damals gab es also noch kein verbranntes Frühstück.

Ihre Tochter, Anna Marie Jarvis, veranstaltete, nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter, in Grafton am Sonntag, dem 12. Mai 1907, ein Memorial Mothers Day Meeting. Ein Gedenktag, den sie im darauffolgenden Jahr wiederholen ließ. Sie gedachte dabei ihrer und allen anderen Müttern. 500 weiße Nelken ließ sie zum Ausdruck ihrer Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter vor der örtlichen Kirche an andere Mütter austeilen. Aber noch immer kein verbranntes Frühstück.

Der Muttertag blieb nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt. 1912 wurde eine Mother’s Day International Association gegründet mit dem Ziel, den Muttertag auch international zu verbreiten. Nachdem England den mothering day übernommen hatte, verbreitete sich der Feiertag 1917 in der Schweiz, 1918 in Finnland und Norwegen, 1919 in Schweden, ab 1923 in Deutschland und 1924 in Österreich.

1933 erklärte Hitler den Muttertag in zu einem offiziellen Feiertag. Er hieß damals Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter. Ich denke zu der Zeit konnten schon die ersten frustranen Frühstücksversuche unternommen worden sein.

Heutzutage ist der Muttertag ein nichtgesetzlicher Feiertag. Sein Datum variiert, je nach Land wird an verschiedenen Tagen während des ganzen Jahres gefeiert. Ist ja auch egal wann, Hauptsache, das Reisebüro bietet zu der Zeit günstige Urlaubsangebote an, damit sich die Mütter rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

Euer

Doktor Jo

Schön sprechen, du Wappler!

Ist es nicht erstaunlich, dass man heute neben dem Salzstreuer auch eine Salzstreuerin aufstellen muss um nicht als sexistisch zu gelten, aber was gewisse beleidigenden Schimpfwörter und –phrasen angeht, eine wahre Blütezeit angebrochen ist.

Gute Freunde benutzen diese Wörter um sich gegenseitig herabzustufen. Das mag in nicht allzu hohen sozialen Schichten notwendig sein um sein ohnehin schon tiefes Ego wieder aufzubauen, sollte aber in entwickelten Ländern so nicht notwendig sein.

So finden sich Dialoge, wo man glauben könnte, die Leute mögen einander gar nicht, sind aber dennoch die besten Freunde. Ein Beispiel mit erklärender Übersetzung:

A: Hey B, was machst denn du da, du Oasch?

     (Hallo B, was machst du denn so, mein Freund?)

B: Sers, hackeln, is ja net jeder so ein Lulu wie du.

     (Servus, ich komme gerade von der Arbeit. Ich bin recht fleißig.)

A: Sag, bist deppart, sicha hackl ich!

     (Ich komme auch gerade von der Arbeit.)

B: Was kann denn ein Koffer wie du hackeln, Augustin austragen?

      (Was arbeitest du? Ehrenamtliche Tätigkeiten beim Obdachlosenverband?)

A: Na, ich bin bei der Post, Oida. Aber eh nimma lang, mein Chef is a Wichser.

     (Ich arbeite bei der Post, habe aber gewisse Differenzen mit meinem Vorgesetzten)

B: Na, Oida.

     (Das ist nicht gut.)

A: Und was mochst jetzt, Oida?

      (Und was unternimmst du heute noch so?)

B: I muss zu meiner Alten, weil die Funsn mit mir essn will.

     (Ich fahre nach Hause. Meine Frau möchte mit mir ausgehen.)

A: Herst, pfeif auf die Oide, du Lusche. Komm mit zum C.

     (Schade, falls sie sich es anders überlegt, komm doch mit zum C.)

B: Herst zum C? Des ist ja der Vollwappler.

     (Zum C? Das wäre eine nette Idee.)

A: Jo, aber sei Bier ist guat. Also?

      (Ja, er hat eine große Auswahl an Getränken.)

B: Na bam, ich komm. Sag dem Oasch, er soll net alles wegsaufen bis i komm.

     (Da komme ich auf jeden Fall nach. Hoffentlich gibt es dann noch etwas zum Trinken.)

A: So, na dann bis später du Wappler.

      (Sehr schön, na dann bis später.)

B: Habidere du Oasch.“

      (Mach’s gut.)

 


Viele glauben es nicht, aber es gibt andere Wege um sich hervorzutun. Man muss die anderen nicht herabstufen, man kann sich hinauf stufen. Und das fängt bei der Sprache an.

Wenn ihr morgen außer Haus geht, seid wie immer, aber schärft eure Ohren. Beobachtet einen Tag lang, die Wörter und Phrasen, die Menschen um euch benutzen.

Also bis nächste Woche. Ich muss jetzt zu meiner Alten, weil sie wieder so ein Essen verbrochen… äh ich meine zu meiner Mutter, weil sie gekocht hat.

Euer

Doktor Jo

Ich glaub‘, ich tic aus…

„Meine Tochter hat da diesen Tic. Jeden Abend beim Fernsehen sitzt sie da und macht so mit ihren Haaren.“, meint die besorgte Mutter und deutet mit ihrem Finger, weil sie ihrer Sitznachbarin nicht anders klarmachen kann, dass ihre Tochter ihre Haare eindreht. Die Gesprächspartnerin schaut mitleidig drein und ergänzt gescheit, „Ja, das muss man echt aufpassen. Das kann sonst gefährlich werden.“

Vorsichtig schaue ich zum Himmel und danke Gott dafür, dass meine Mittagspause kulturell so bereichert wird. Allerdings kann ich meine aufkeimende Sorge um das Mädchen ignorieren. Sollte sie sich nicht zufällig mit einer brennenden Fackel die Haare eindrehen, dürfte das wohl nie gefährlich werden. Das klingt nämlich nach einer schlichten Gewohnheit und keinem Tic.

Fragt sich natürlich. Was ist denn dann ein Tic?

Ein Tic ist strenggenommen eine Verhaltens- und emotionale Störung. Und derartige Störungen gibt es viele. Es gibt Tics, sensorische Tics, Zwangshandlungen, Impulsionen, Symmetrieverhalten, Jaktationen, selbstschädigendes Verhalten, Trichotillomanie und andere Phänomene (wie Nägelkauen, Nasebohren, exzessives Masturbieren). Wer das alles einmal sehen  möchte, muss nur in Wien mit der Straßenbahn fahren. Außerdem gibt es Tic-Tacs, aber die können durchwegs hilfreich sein, wenn man leichten Mundgeruch hat.

Aber beginnen wir einmal klein. Der Tic (auch Tick oder Macke genannt) wird in motorische Tics (mit Bewegungen) und vokale Tics (mit Lauten) unterteilt. Natürlich gibt es auch eine Kombination aus beidem. Diese Kombination wird nach dem Erstbeschreiber Gilles-de-la-Tourette-Syndrom genannt (oder einfach Tourette-Syndrom).

Die motorischen oder vokalen Tics werden wiederum in komplexe und in einfache motorische Tics unterteilt. Das klingt jetzt kompliziert, manche Männer haben jetzt vielleicht schon das Handtuch geworfen. Aber lasst mich erklären:

Einfache motorische Tics treten abrupt auf und betreffen nur eine Muskelgruppe: Augenblinzeln, Kopfnicken, Mundöffnen, Gesichtsgrimassen, Schulterzucken, Augenrollen.

Komplexe motorische Tics sind langsamer und ähneln sinnvollen Bewegungen. Die Leute schaffen es manchmal die Bewegungen in scheinbar absichtlichen Bewegungen zu verstecken: In-die-Knie-Gehen, Strecken der Arme, Berühren von Objekten, Um-sich-selbst-Drehen.

Einfache vokale Tics äußern sich im plötzlichen Ausstoßen sinnloser Laute: Räuspern, Hüsteln, Spucken, Grunzen, Bellen. Ja, das kennt ihr vom Fortgehen. Zu später Stunde hört man so etwas immer öfter.

Komplexe vokale Tics bringen umfangreichere Lautkomplexe hervor, die wie sinnvolle Wörter klingen können: Schreien, Summen, Pfeifen, Echolalie (Wiederholen des Gehörten Satzes), Koprolalie (Rufen von obszönen Wörtern, die kennen wir alle).

Die Lautstärke eines vokalen Tics kann erheblich sein.

(nichtlustig.de)

So lustig das manchmal scheinen mag, die Betroffenen sind arm dran. Denn diese Impulse sind schwer bis gar nicht zu kontrollieren.

Im Kinder- und Jugendalter weisen bis zu 25% einen leichten Tic auf. Aber das vergeht meistens. Bei Erwachsenen bleiben nur mehr 2-3% übrig.

Rapper, die ja auch viele Kraftausdrücke verwenden, haben meistens keinen vokalen Tic. Was die für ein Problem haben ist uns allen wohl ein Rätsel.

Euer 

Doktor Jo

Tja, Doktor-Jo-Leser wissen einfach mehr…

Tja, Doktor-Jo-Leser wissen einfach mehr…

10 dag Schlacke bitte…

Ich wage mich heute einmal weit vor und möchte von unserem vagen Verhältnis zur Waage sprechen, auf die sich Frauen oft waghalsig drauf wagen, obwohl sie fürchten eine ganz Wagenladung zugenommen zu haben.


Denn, es ist wieder Frühling und wie das Amen im Gebet beginnt jetzt die Zeit des Modellierens. Frauen, aber auch Männer (wir wollen ja fair bleiben), nutzen den Frühling gerne dazu, sich wieder etwas attraktiver zu machen um im Sommer in der Badekleidung sexy auszusehen.
Somit beginnt die eiserne Trias der Quälerei: viel Sport, wenig Essen, mehr Körperpflege.
Letzteres ist eine Erscheinung, die ich mit offenen Armen begrüße. Es wird wieder genauer rasiert, epiliert, gefeilt, geschnitten und der eine oder andere sogar beschnitten.

Aber beschäftigen wir uns heute doch mit dem gewichtigen Thema Essen. Es gibt tausend Diäten, Entschlackungskuren, Ernährungstipps aus den Zeitschriften und natürlich alt Überliefertes. Egal was, egal wie, Hauptsache es geht schnell und einfach. Am besten eine Pille und einfach nichts mehr essen.

Ob wir es glauben oder nicht, einfach plötzlich nichts mehr zu essen, bringt genau gar nichts! Der Körper stellt einfach seinen Energiehaushalt um (er kann ihn um ein gutes Drittel senken) und sollte die Nahrungszufuhr danach wieder normalisiert werden, wandern die neuen Kalorien gleich in die Speicherregionen. Der Körper hat gelernt. Heilfasten ist also so nicht zielführend auf Dauer.

Auch sehr beliebt ist die Schwester des Heilfastens. Die Entschlackungskur. Da kommt der Klischeemann nach Hause, freut sich aufs Abendessen und plötzlich liegt da kein Schnitzel mehr am Teller. Dafür lächelt ihn ein Glas Wasser und seine Frau an und die zarten Worte „Wir trinken jetzt nur mehr Wasser und Tee. Wir müssen uns mal von den ganzen Giftstoffen reinigen.“ hallen durch den Raum.  Der Mann seufzt.

Doch der Körper entgiftet die ganze Zeit. Er sammelt und erzeugt keine Gifte. Er erzeugt Stoffwechselprodukte aus der Nahrung. Die braucht er auch. Den Rest scheidet er aus. Das macht er jeden Tag. Auch ohne Spezialtee. Die entschlacken nämlich nur die Geldbörse.
Falsche Ernährung und Suchtmittel können den Körper schädigen. Stimmt. Aber sie machen es sofort!
Eine Zigarette schadet sofort. Ist der Raucher fertig, hat der Körper den Großteil der Gifte schon wieder entfernt. Der Schaden wird repariert. (Wobei bei Rauchern durch die ständige Neuschädigung der Körper nicht immer nachkommt!) Entschlacken lässt den Schaden nicht verschwinden. Durch das Fasten hat es der Körper sogar schwerer und die schädigenden Stoffe gelangen bei der Aufnahme (bevor sie der Körper beseitigt) schneller ins Blut und so in den ganzen Körper.
Noch nie hat irgendjemand auch nur ein bisschen Schlacke im Körper gefunden. Kein Arzt, kein Alternativbehandler.

Die beste Art der Entschlackung


Wer Lust hat, kann sich beim Online-Focus die 20 schönsten Diätlügen im Internet ansehen:

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/abnehmen/diaetluegen/richtig-abnehmen_aid_7407.html

Euer

Doktor Jo

„Du wirst es wissen, wenn du fragst. (You will never know unless you ask.)“

„Du wirst es wissen, wenn du fragst. (You will never know unless you ask.)“

Ein Teufelskreis III

Das Drama um den Zyklus der Welt ist zu Ende. Meine braven Blogleser stehen nun da, fassungslos, aber ein bisschen erfahrener. Die Geschichte ist vorbei und dennoch sind Fragen offen geblieben. Nun, da wir in den Trümmern des Geschehenen stehen ist es Zeit aufzuräumen. Vor allem mit so einigen Gerüchten.

Willkommen zum dritten und letzten Teil der Teufelskreisserie.

Ich möchte hier ein paar letzte Punkte durcharbeiten, die mir noch sehr wichtig erscheinen. Und ich bin sicher, so manch einer könnte mir vielleicht irgendwann dankbar sein.

Die Temperaturmethode

Auch wenn es beim Sex oft heiß her geht, weil dem Mann nun mal nichts kalt lässt und die Frau mit seiner coolen Art anbrät, läuft er Gefahr sich bei der Temperaturmethode die Finger zu verbrennen. Denn die Temperatur steigt erst einen Tag nach dem Eisprung! Also, für alle Sympathisanten des Thermometers: Wenn am Tage nach dem Sex die Temperatur hoch geht, dann wäre das Kondom sicher eine gute Idee gewesen.

Verhütungszeit

Es gibt Mädchen (und wahrscheinlich auch ein paar Burschen), die aus Angst schwanger zu werden, sowieso immer darauf  bestehen, dass ein Kondom (oder Alternative) verwendet wird. Es gibt aber auch gegenteilige Orientierungen. Also Fakten auf den Tisch: Kann eine Frau immer schwanger werden? Nein.

Um schwanger zu werden, benötigt es eine Eizelle. Und die ist erst ab dem Einsprung vorhanden, bis sie in etwa nach einer Woche unbefruchtet das Handtuch wirft und letztendlich ausgeblutet wird. Da Spermien in etwa drei Tage in der Frau überleben könnten. Sollte also ab etwa drei Tage vor dem Eisprung bis etwa eineinhalb Wochen danach verhütet werden. Da keine Frau genau sagen kann, wann das ist, wäre es gut spätestens eine gute Woche nach Blutungsbeginn anzufangen und erst kurz vor den Tagen, wenn nicht erst nach deren Beginn, aufzuhören. Sicher ist sicher, oder?

Außerdem: Das Kondom schützt ja nicht nur vor Schwangerschaften, sondern auch vor ungewollten (eventuell auch gewollten) Geschlechtskrankheiten und Pilzen! Also bitte, diese paar Sekunden, die es braucht um ein Kondom zu verwenden, sind nie eine schlechte Investition.

Frauenversteher

Wenn Frauen ihre Tage haben, leiden sie manchmal unter Bauchkrämpfen. Die Natur hat das so gemacht, damit die Frau eine Ausrede hat, um nicht am Wochenende zur Schwiegermutter mitfahren zu müssen.

Wenn Männer als Frauenversteher gelten wollen, sind sie besser äußerst nett zur ihrer Freundin zu der Zeit und bringen ihr eine Wärmflasche (mit warmen Wasser, Männer!). Wärme lindert die Schmerzen und wärmt ihr Herz, weil sie sich gut versorgt fühlt.

Achtung Frauen: Durch Wärme können die Tage etwas stärker werden. Dafür dauern sie dann nicht so lange.

Kehren wir nun dem Thema den Rücken zu und das Thema selbst unter den Teppich. Wir wissen jetzt etwas mehr und ich hoffe, wenn es Fragen und Anregungen gibt, schreibt ihr mir. Das geht auf Facebook, per E-Mail (info@doktorjo.at) aber auch anonym per Formular auf der Webseite (doktorjo.at).

Bis zur nächsten Woche, euer

Doktor Jo

Ein Teufelskreis II

Das Drama um den Zyklus der Welt nimmt weiter seinen Lauf und die Situation spitzt sich zu einem gewaltigen Höhepunkt zu. Die Geschichte ist an ihrem Kipppunkt und die Handlung geht unvorhersehbar weiter.

Willkommen zum zweiten Teil der Teufelskreisserie.

Wir befinden uns in der Zeit nach dem Eisprung. Das ist ehrlich gesagt eine etwas heikle Zeitperiode. Ab diesem Zeitpunkt kann nämlich für etwa vier bis fünf Tage eine Befruchtung stattfinden.

Der Körper selbst hat inzwischen etwas voreilig alles für eine eventuelle Schwangerschaft vorbereitet: Die Gebärmutter hat eine schön dicke, kuschelige Schleimhaut aufgebaut, in die sich eine eventuell befruchtete Eizelle einnisten kann. Die Brüste werden meistens etwa fester, spannen manchmal unangenehm und sind empfindlicher. Der ganze Körper kann ein wenig Wasser einlagern, sodass es so aussieht, als hätte die Frau an Gewicht zugenommen. (Also keine Panik Mädels, das vergeht wieder und Burschen, nein, eure Freundin wird nicht fett.)

Der leere Follikel, in dem die Eizelle heranreifen konnte und der wegen seiner gelben Farbe dann auch Gelbkörper oder Corpus luteum genannt wird, bildet in der Zwischenzeit Hormone aus, die dafür sorgen, dass die Gebärmutter sich weiterhin für die Schwangerschaft bereithält. Kommt es allerdings zu keiner Befruchtung, wirft auch der Gelbkörper langsam das Handtuch. Er hört auf Hormone zu produzieren und die Gebärmutter bekommt damit das Zeichen „Fehlalarm, du kannst Mittagspause machen“.

Das ist dann der Anfang des Endes. Das große Finale rollt an und so viel kann ich schon verraten: Es wird blutig.

Die Frauen entwickeln nun manchmal etwas, das auch prämenstruelles Syndrom genannt wird. Hierbei kommt es oft zu Heißhungerattacken, die manchmal sogar die Männerwelt in Erstaunen versetzen. Hier gilt das gute alte Individualitätsprinzip. (Näheres dazu im dritten Teil.)

Und kurz darauf beginnt die Blutung oder Menstruation. Bei Männern entsteht manchmal zu dem Zeitpunkt ein gewisses Gefühl der Erlösung, weil eine Schwangerschaft nun fast ausgeschlossen ist. Und ehrlich Männer, wer von euch hat noch nie still und heimlich ein Stoßgebet an den Himmel gesandt, als die Freundin (oder heimlich Affäre) endlich ihre Blutung bekam.

Bei Frauen kann die Regel völlig belanglos vorübergehen. Regel heißt nicht automatisch Schmerzen. Das ist wie so oft individuell. Allerdings gibt es Frauen, die im Unterleib Krämpfe verspüren. Die Gebärmutter zieht sich nämlich zusammen, um die oberste Schleimhautschicht leichter ablösen zu können. Die wäre für die Schwangerschaft nötig gewesen, wird aber nun nicht mehr gebraucht und deshalb entsorgt.

Ein blutiges Ende, wie es im Buche steht. Ist die Geschichte damit aus? Es gibt doch noch so viele Fragen. Wie sieht es mit der Temperaturmethode aus? Wann muss ich jetzt genau verhüten? Können Burschen irgendetwas tun, um als Frauenversteher dazustehen?

Keine Sorge, das alles klären wir im dritten Teil, euer

Doktor Jo

Der Doktor-Jo-Effekt: Fragen und wissen!

Der Doktor-Jo-Effekt: Fragen und wissen!

Ein Teufelskreis I

Seit Jahrtausenden gibt es einen geheimen Zirkel, ein Phänomen, ein Wunder der Natur, das weltweit Männer und Frauen unbemerkt kontrolliert. Es schürt Hoffnung, Ängste, Freude und Leid. Es beeinflusste ganze Kulturen und deren traditionelle Bräuche und auch heute noch hat es uns fest in seiner Hand. Die Rede ist vom weiblichen Zyklus.

Werfen wir doch einmal einen Blick auf diesen ewigen Kreislauf. Er ist ein spannendes Schauspiel, das alles bietet, was einen amerikanischen Aktionfilm ausmacht: Freude, Blut, Schmerz, Spannung, Emotionen und ein eventuelles Happy End. Lehnt euch zurück und genießt die Show.

Willkommen zum ersten Teil der Teufelskreisserie.

Der so genannte Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet mit dem Tag vor der nächsten Regelblutung. Entgegen allen Gerüchten dauert so ein Zyklus nicht genau 28 Tage. Das können nämlich nur 1-2% aller Frauen von sich behaupten. Der Zyklus ist also individuell, von Frau zu Frau unterschiedlich. Die beste Freundin ist also kein Maß für deinen eigenen Zyklus. ;-)

Wie erwähnt, teilt sich der Kreislauf in zwei dramatische Akte, der ersten und der zweiten Zyklushälfte.

Zu Beginn der ersten Zyklushälfte beginnt die ach so beliebte Monatsblutung, die in etwa vier bis sechs Tage (überraschender Weise ist das individuell) dauert. Während dieser Zeit verliert die Frau etwa 60 bis maximal 200ml Flüssigkeit, eine Mischung aus Schleimhaut, Sekreten und etwas Blut. Man könnte grob sagen, eine halbe Kaffeetasse. Da es kein reines Blut ist, ist die Flüssigkeit auch nicht rot, sondern eher braun. (Keine Angst Männer, ich werde auf keine weiteren Details eingehen.)

Während der ersten Zyklushälfte reifen außerdem in den Eierstöcken (den Ovarien) Eizellen heran. Sie reifen in kleinen Bläschen, die von Strebern auch Follikel genannt werden. Der am schnellsten heranreifende Follikel bremst letztendlich die anderen und gewinnt so das Rennen.

Etwa um den 14. Tag des Zyklus (Achtung: individuell, nicht vergessen) kommt es zum Eisprung. Das heißt, dass der Follikel aufgeht und die Eizelle (auch Oozyt genannt) freigibt. Die kleine Eizelle wird vom Eileiter (der Tuba) aufgefangen und wandert jetzt beständig Richtung Gebärmutter (Uterus).

Manche Mädchen können ihren Eisprung spüren. Er wird oft als ein Ziehen oder Stechen beschrieben, das meist auf der Seite des Eierstockes spürbar ist, wo der Eisprung stattfand. Man spricht hier vom so genannten Mittelschmerz.

Die erste Zyklushälfte hat somit ihren Höhepunkt erreicht und geht dramatisch in den zweiten Akt über und die Spannung ist schier erdrückend. Was passiert mit der kleinen Eizelle? Wird die Frau wirklich dicker? Darf die Frau dann keinen Sex mehr haben?

Wir sehen einander im zweiten Akt wieder.

Doktor Jo

Sexcuse me, please…

Kommen wir einmal zu einem Thema, das an Popularität in Laufe des Erwachsenwerdens immer präsenter wird: Sex.

Ich habe viele Fragen bekommen, die vor allem mit diesem Thema zu tun haben. Aber bevor ich auf einzelne Details eingehe (was wir sicher noch machen werden), möchte ich ein paar allgemeine Grundprinzipien durchbesprechen.

Wenn ich von Sex spreche, dann meine ich ein Gebiet, das so groß ist, dass die von uns so geschätzten Internetpornos nicht einmal fünf Prozent davon abdecken. Wir sprechen hier von einem komplexen Netzwerk aus Gefühlen (ja, auch bei Männern), Lust (ja, auch bei Frauen), Ekstase (bei Ehepartner nicht ganz so sicher) und vielen anderen Faktoren.

Gut, auch Pornofilme haben ihren Reiz. Sie können unter anderen ein wunderbarer  Zusatz sein. Aber sie stellen nur einen kleinen Teil des großen Geschehens dar. Das heißt auch, dass man selbst dann völlig normal ist, wenn man nicht all das gut und angenehm findet, was in solchen Filmen gemacht wird.

Sex ist individuell und jeder muss selber darauf kommen, was er oder sie angenehm und stimulierend findet. Sex ist vielseitig und ein jeder muss selbst bestimmen, wann er oder sie dafür bereit ist. Das ist keine Frage des Alters, kein Wettbewerb in der Klasse und keine Bedingung, die der Freund oder die Freundin stellen kann.

Sex ist etwas, worüber geredet werden kann (am besten davor). Vor allem für unerfahrene Partner ist es einfacher zu entspannen, wenn Fakten, wie Verhütung, Neigungen und Wünsche geklärt sind und Vertrauen vorhanden ist. Glaubt mir, die Vorstellungen von Männern und Frauen können enorm voneinander abweichen. Während er ihr gedanklich schon die Kleider vom Leib reißt, sie gegen die Wand drückt und küsst, ist sie noch dabei, gedanklich neben ihm zu liegen, von ihm mit einer Rose über das Gesicht gestreichelt zu werden und verführerischen Worten zu lauschen.

Also, sammeln wir unsere 6-Grundprinzipien:

1. Sex ist ein komplexes, aber schönes Geschehen, das mit Gefühlen zu tun hat. (zu One-night-stands kommen wir noch.)

2. Es ist wichtig, seine eigenen Bedürfnisse beim Sex wahrzunehmen.

3. Redet doch einfach miteinander! Da kann schon viel geklärt werden.

4. Den richtigen Zeitpunkt bestimmst DU!

6. Pornos sind nur ein kleiner Teil der sexuellen Welt und wenn du glaubst, du weißt alles über Sex, weil du es in den Filmen gesehen hast, hast du keine Ahnung. Ehrlich.

6. Du kannst jederzeit „Stopp!“ sagen.

Mehr gibt es dann nächste Woche. Bis dahin stehe ich gerne für eure Fragen und Anregungen offen.

Doktor Jo

Heutzutage ist es nur deshalb so peinlich, Fragen zu stellen, weil es offen legt, wie wenig die Antwort wissen.

- Doktor Jo

Dürfte ich Sie kurz um ihre Hilfe bitten?

Vor einiger Zeit stand in der Zeitung ein Bericht über ein paar Jugendliche, die wieder einmal eine flüssige Feier veranstaltet hatten. Ich wollte den Artikel schon fast mit einem zarten Lächeln auslassen, da fiel mein Blick auf eine Stelle, wo etwas stand wie “Die kleine M. lag bewusstlos am Boden.” Okay, meine Neugier war geweckt. Das Mädchen war alkoholisiert, lag irgendwann im Laufe des Abends am Boden und war nicht ansprechbar. Die Freunde verschwanden in einem Anflug von Panik und das Mädchen wurde später von den Eltern unterkühlt und etwas benommen gefunden. 

Liebe “Freunde” des Mädchens! Kein Elternteil, kein Polizist, niemand kann so böse auf euch werden oder euch solche Schwierigkeiten machen, dass ihr das Mädchen derartig im Stich lassen könnt.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob es jemanden gut geht, der nach etlichen Gläsern Alkohol am Boden liegt, sich seit Stunden nicht mehr rührt und den Boden liebevoll mit seinem Erbrochenen schmückt, dann ruft doch einfach die Rettung, nur um sicher zu gehen. Heutzutage geht man ja nicht einmal mehr ohne sein Handy duschen. Da kann das ja nicht so schwer sein.

Und für den Fall, dass manche etwas mehr versuchen möchten, traut euch. Wenn ihr schon einmal einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht habt, ist das keine große Herausforderung.

 www.nichtlustg.de

Im Internet finden sich überall Anleitungen, wo man die wichtigsten Schritte wiederholen kann. Ich empfehle trotzdem, nur die Anweisungen seriöser medizinischer Seiten zu studieren. Sobald ihr etwas von Kerzen, Kreuzen und lateinischen Formeln hört, solltet ihr stutzig werden.

Bei Interesse kann ich euch das Wichtigste einmal zusammenschreiben.  

Wer Lust und Interesse hat kann ja einmal einen Blick auf die Focus-Online-Webseite werfen. Dort gibt es mehrere Videos über Erste Hilfe. Die erste der neun kurzen Folgen findet ihr unter:

http://www.focus.de/gesundheit/erstehilfe/erste-hilfe-folge-1-herzdruckmassage-und-beatmung_vid_4916.html.

Und für die Handyfreaks unter euch gibt es natürlich eine Erste-Hilfe-App vom Roten Kreuz, die im Notfall in der Hosentasche eine gute Stütze sein kann.

Android:             https://market.android.com/details?id=at.fh.firstaid

iphone:              http://itunes.apple.com/de/app/eerstehilfe/id488541482?mt=8

Ich feiere auch gerne. Aber bei Menschenleben können 30 Sekunden zwischen Sein und nicht Sein entscheiden. Die 30 Sekunden, in denen ich die Rettung hole. Denn vergesst nicht, ab 14 Jahren kann man auch wegen “unterlassener Hilfeleistung” angezeigt werden. 

Euer Doktor Jo